Gebirgsfriedhof in Østerbø
Der letzte Ruheplatz für die Gebirgsleute im Aurland-Tal

Ca. 150 Meter von Østerbø Fjellstove entfernt, liegt der Gebirgsfriedhof von Østerbø, ein kleiner, geschützter Platz, umgeben von einer niedrigen Steinmauer. Der Friedhof war von 1859 bis 1911 in Betrieb. Arbeiter, die hier in der Öde den Boden bestellten, und umkamen, wurden aufgrund von Mangel eines Pfarrers, hier begraben. Während der Beerdigung wurde ein Stock auf dem Sargdeckel befestigt, bevor das Grab mit Erde aufgefüllt wurde. Wenn dann der Sommer den Pfad vom Dorf in die Öde wieder befahrbar machte, kam der Pfarrer nach Østerbø. Dieser entfernte den Stock und konnte durch das entstandene Loch die drei Spaten Erde direkt auf den Sarg geben.

Bevor die Gebirgsleute auf den höchst gelegenen Höfen im Aurland-Tal einen eigenen Friedhof bekamen, hatten sie einen langen, gefährlichen Weg zur Kirche und zum Pfarrer. Die Toten wurden auf schmalen Pfaden und über Strömungen und Schluchten durch das Aurland-Tal getragen, um zum nächsten Friedhof zu gelangen, der in Aurlandsvangen lag. Es war unglaublich mühsam, eine Leiche während der Winterzeit durch das Tal zu tragen. Bei Unwetter und tiefem Schnee war es nicht möglich, die Toten an einem Tag nach Aurland zu bringen. Zwischen Østerbø und Sinjarheim wurde oft eine Übernachtung eingelegt, unter einem Felsenhang an einer großen Birke, die den Namen „Likbjørki“ erhielt, Leichenbirke. Die Leichen wurden zum Schutz vor Raubtieren auf den Baum befördert. Es wird erzählt, dass der Baum „Likbjørki“ immer krank aussah, mit braunen Blättern, aber er war trotzdem bis zu unserer Zeit vorhanden. Jetzt allerdings ist er nicht mehr da… Die Geschichte sagt auch, dass die Tragetiere unruhig wurden, wenn sie den Baum passieren mussten, und oft umkehren wollten.

1953 wurde ein Bautastein auf dem Friedhof errichtet, mit den Namen der 27 Personen, die dort begraben sind. Der Letzte, der auf dem Friedhof begraben wurde, war Svend Svendsen. Er war der letzte Landwirt auf Østerbø. Von 1895 bis 1911, als er starb, betrieben Svend Svendsen und seine Frau Ragnhild den Hof, der heute Østerbø Fjellstove ist.